Pilzzucht

Andreas | garten,News,Pilze | Dienstag, Juli 17th, 2007

Bie Pilzzucht im Garten oder Haus ist eine spannende Beschäftigung. Schon seit Jahrhunderten züchten Menschen in Ostasien Pilze wie z.B. den Shiitake oder den Glänzenden Lackporling (kinkes Bild. Daneben v.l.n.r. Austernseitling und der Wolkenohrpilz, der in der Asiatischen Küche Verwendung findet)

Es gibt unterschiedliche Anbaumethoden:

Pilzzucht auf losem Holzsubstrat (Rindenmulch)

Man benötigt Rindenmulch (erhältlich in Bau- und Gartenmärkten) und Dübelbrut. Es können auch andere Hölzer verwendet werden; allerdings hat Rindenmulch den Vorteil, daß kaum Fremdkeime diesen Nährboden besiedeln.
Die Anlage der Kultur erfolgt idealer Weise bei feuchtwarmen Wetter im Frühjahr. Ungeeignet sind Herbst und Winter.
Man wählt einen schattigen Platz im Garten, z.B. unter Bäumen.
Nun wird der Boden ca 20 cm tief ausgehoben. Die Fläche kann beliebig groß (z.B. 1 Quadratmeter) gewählt werden. Zunächst wird die Vertiefung bis zur Hälfte mit dem Mulch angefüllt. Man verteilt die Dübel nun gleichmäßig auf der Oberfläche. Generell gilt, je mehr Dübel desto besser (alle 10 cm 1 Stück). Anschließend wird die Grube mit dem restlichen Mulch aufgefüllt. Mann kann die Kultur nun noch mit einer dünnen Schicht Erde oder anderer natürlicher Materialien Abdecken um ein feuchtes Klima zu gewährleisten. Auch ein Überwachsen mit Gras ist möglich. Bei großer Trockenheit im Sommer kann gelegentliches Wässern von Vorteil sein.
Je nach Art fruchten die Pilze schon im kommenden Herbst und bei entsprechender Witterung in den Folgejahren. Später ist es möglich mit durchwachsenem Mulch neue Beete anzulegen und die Grube mit frischem Material aufzufüllen.
Sehr wirkungsvoll ist es eine Vorkultur anzulegen (kann auch im Winter geschehen). Hierzu werden 100 Dübel mit 5 Liter Rindenmulch vermischt und warm gehalten. Das durchwachsene Substrat kann dann als Brut zum beimpfen von Mulch im Freiland verwendet werden.

Bild oben links: Weißes Mycel, von Psilocybe cyanescens. Rechts: Manche Pilze (hier Coplandia cyanescens) bilden unterirdische Fruchtkörper (Sclerotien) aus.

Pilzzucht auf Stammholz

Geeignet sind Hölzer von 10-20 cm Durchmesser und ca 1 m Länge von Pappel, Weide, Buche, Ahorn, Erle oder Birke. Diese sollten möglichst frisch, also noch nicht von anderen Pilzen besiedelt sein und eine unbeschädigte Rinde haben. Mit einer Bohrmaschine bohrt man nun gleichmässig, rundherum ca 5cm tiefe Löcher mit 8-9 mm Durchmesser. (etwa 20-30 Löcher je Meter Holz). Auch die Stirnseiten sollten beimpft werden. Anschliessend die Dübel mit einem Hammer hineinschlagen.
Die Hölzer werden nun zum Durchwachsen feucht, aber nicht nass(!) z.B. im Freiland aufgestellt. Um den Vorgang zu beschleunigen kann man sie wärend der Wintermonate in einem Plastiksack (mit ein par kleinen Löchern) im Haus lagern.
Wenn die Hölzer durchwachsen sind (6-12 Monate) können sie an ihrem endgültigen Platz gebracht werden. Der ideale “Pilzgarten” ist schattig und feucht. Ausser bei Shii Take kann man die Hölzer etwas in der Erde einlassen um die Wasseraufnahme zu verbessern.

Pilzzucht auf Stroh

Ca 5 Liter frisches Weizen- oder Roggenstroh wird in ca 2 cm lange Stücke geschnitten / gehäckselt und mit kochendem Wasser übergossen. Wenn das Wasser etwas abgekühlt ist abgießen und auspressen. Stroh und 100 Impfdübel vermischen und in eine Plastiktüte geben. Diese zuknoten und ca 50 kleine Löcher (mit einer Nadel) einstechen. Bei 25-30 °C an einem dunklen Ort lagern.
Wenn das Stroh weiß durchwachsen ist (einige Wochen) wird das Stroh mit einer 2-3 cm dicken Schicht aus humoser Erde abgedeckt. Eine optimale Abdeckerde ist Rindenhumus (nicht Mulch). Das ist kompstierter Rindenmulch, erhältlich in Bau- und Gartenmärkten. Anschließensd Tüte wieder verschließen. Nach einer weiteren Woche sollte an der Oberfläche Mycel sichtbar werden. Nun benötigt die Kultur etwas Licht. Nach weiteren ca 14 Tagen beginnen sich Fruchtkörper zu bilden, jetzt muß die Tüte geöffnet werden.
Mann kann auch versuchen ganze Strohballen mit einer Tüte Dübel zu beimpfen.

Indoor-Zucht

Die Indoor Pilzzucht ist meistens mit größerem Aufwand verbunden. Hier und hier sind interessante Pilzzuchtanleitung zu finden.

Der Kubanische Träuschling (Stropharia cubensis, linkes Bild) ist ein belibter Zuchtpilz für den Anfänger (kein Speisepilz) um die Indoor-Pilzzucht zu erlernen. Sehr schwierig ist die Zucht von Mykorrhizapilzen: Sie können nur in Symbiose mit einem Baum wachsen, der sie ernährt. Im rechten Bild ist ein Fliegenpilz zu sehen. Die getrockneten Hüte des sagenumwobenen Fliegenpilzes wurden von Shamanen nördlicher Länder häufig in magischen Ritualen verwendet.

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